sie spricht wieder

"Neulich hatte ich ein Vorgespräch mit einem Journalisten für eine Dokumentation. Da sagte er zu mir: Sie reden wie eine Großmutter! Eine Bekannte von mir war dabei und sagte leichthin: Ach, sie war schon immer so! Das fand ich sehr lustig."
Natascha Kampusch
http://www.sueddeutsche.de/panorama/natascha-kampusch-die-gesellschaft-will-frauen-so-sehen-wie-der-entfuehrer-mich-sah-1.3118858

Die Haupttendenzen sind bekannt

"Die auf den fortgeschrittensten Gebieten der industriellen Zivilisation Gestalt annehmende Gesellschaft der totalen Mobilisierung verbindet in produktiver Einheit die Züge des Wohlfahrts- mit denen des Kriegsführungsstaates (Warfare State). (...) Die Haupttendenzen sind bekannt: Konzentration der Volkswirtschaft auf die Bedürfnisse der großen Konzerne, wobei die Regierung sich als anregende, unterstützende und manchmal sogar kontrollierende Kraft betätigt; Verflechtung dieser Wirtschaft mit einem weiten System von militärischen Bündnissen, monetären Übereinkünften, technischer Hilfe und Entwicklungsplänen; allmähliche Angeleichung der Arbeiter- an die Angestelltenbevölkerung, der Führungstypen bei den Unternehmer- und Arbeitnehmerorganisationen, der Freizeitbeschäftigungen und Wünsche der verschiedenen sozialen Klassen; Förderung einer prästabilierten Harmonie zwischen Wissenschaft und nationalem Anliegen; Angriff auf die Privatsphäre durch die Allgegenwart der öffentlichen Meinung, Auslieferung des Schlafzimmers an die Kommunikation der Massenmedien".
(Marcuse: Der eindimensionale Mensch, 39).

Briefmarken Karibik. oder: Kassafrau a.D.

cornwall_kueste_netto


haben sie eine deutschlandkarte? fragt die kassafrau vom netto in oberhausen.
wohin solls denn gehen? fragt herbert der kunde. auf dem band liegen löwensenf, chicorée und mozarella.
wie bitte?
chicoreé gehört zur familie der korbblüter, sagt er.
sie wollen mich also wegtragen?
dahin wo es schön ist!
briefmarken-karibik?
ich bin zu ehrlich, sagt er.
ich zu arm, sagt sie. aber ich habe eine deutschlandkarte! und zieht sich schwupp die schürze vom leib. die kassa nehmen wir mit, aber die frau lassen wir da.
so wie es sich gehört.
nancy, sagt sie. ich lerne schnell.
angenehm herbert. ich lerne für das leben.
das nehmen wir mit. liebe ist unbezahlbar, so die kassafrau a.d., ein roadtrip kostet heute aber schnell das leben. wenn ich denn eines hätte.
aber, aber, sagt er.
aber das ist doch dasselbe! zweimal aber.
sie müssen nie wieder dasselbe sagen. das verspreche ich ihnen nancy.

cut.
die zwei stehen bei rügen. palmen.
wissen sie nancy, sie sind der einzige mensch den ich kenne, der die 30 noch nicht voll hat, aber einen richtigen job.
ich bin da irgendwie so reingerutscht.
sind sie versichert?
ein wenig...
faszinierend.
aber selfability habe ich trotzdem. und einen chef.
wie soll das denn gehen?

cut.
chemnitz. strand. wir essen senf und mozarella.
zahlen sie steuern?
jeden monat.
wissen sie nancy, sie sind ein bewundernswerter mensch. ein ehrlicher mensch.
der netto ist auch ein ehrlicher supermarkt. von der einrichtung her. es gibt keinen pfandflaschenautomaten, das machen wir kassafrauen selbst.
kundenbindung durch transparanz. oder einfach dadurch, dass alles länger dauert. dann haben die anderen schon geschlossen.
und doch wollen die alle wonaders hin. mit netto reisen.
einfach mal raus. einen tag offshore nehmen.
wenn ich nur wüßte wie das geht. da wo das geld liegt möchte ich auch liegen.
oder neben mir?
ach herbert. danke, dass sie das jetzt gesagt haben.

# abblende # cut # vorgarten # irgendwo in deutschen landen # lauer sommerabend, gegen 18 uhr # sie auf der terasse, die tischdecke ausbreitend # er im garten bei der chicoreé ernte # komm schatz, essen ist fertig #

Ole Einar Bjørndalen gibt

Ole Einar Bjørndalen gibt Jewgeni Garanitschew die Hand, Jewgeni Garanitschew gibt Arnd Peiffer die Hand, Arnd Pfeiffer gibt Fanny Horn Birkeland die Hand, Fanny Horn Birkeland gibt Alexia Runggaldier die Hand, Alexia Runggaldier gibt Emil Hegle Svendsen die Hand, Emil Hegle Svendsen gibt Johannes Thingnes Bø die Hand, Johannes Thingnes Bø gibt Simon Schempp die Hand, Simon Schempp gibt Selina Gasparin die Hand, Selina Gasparin gibt Dominik Landertinger die Hand, Dominik Landertinger gibt Galina Wischnewskaja die Hand, Galina Wischnewskaja gibt Marte Olsbu die Hand, Marte Olsbu gibt Peppe Femling die Hand, Peppe Femling gibt Martin Fourcade die Hand, Martin Fourcade gibt Tiril Eckhoff die Hand, Tiril Eckhoff gibt Scott Gow die Hand, Scott Gow gibt Gabriela Soukalová die Hand, Gabriela Soukalová gibt Anton Schipulin die Hand, Anton Schipulin gibt Konrad Bayer die Hand, Konrad Bayer gibt Konrad Bayer die Hand, gibt Konrad Bayer gibt Bayer gibt Konrad gibt Bayer.

Immanuel, bring mich um den Verstand

Song für eine Rock- oder Schlagermusikgruppe

Was kann ich wissen?
Sag du es mir!
Was soll ich tun?
Befiehl es mir!
Was darf ich hoffen?
Auf deine Strafe!
Was ist der Mensch?
Ich bin ein Tier!

Immanuel, Immanuel
bring mich um den Verstand
erzähle mir die Theorie vom Himmel
sei mein Rape Date heute Nacht

Sei erhaben über mich
bemächtige dich meiner
Mein Geist ist schwach
so ist mein Fleisch
sei die Kritik
an meiner Vernunft
und lass mich Lampe vergessen machen!

Immanuel, Immanuel
bring mich um den Verstand
erzähle mir die Theorie vom Himmel
sei mein Rape Date heute Nacht

Mach meinen Willen
zu deinem Vermögen
Ich bin erst wichtig
wenn du mich nimmst
falle über mich her
zerstör meinen Sinn
Lass nichts von mir übrig
außer ein Naturgesetz
das seine Gültigkeit
nicht mehr beweisen kann

Immanuel, Immanuel
bring mich um den Verstand
erzähle mir die Theorie vom Himmel
sei mein Rape Date heute Nacht

Wenn du die Ziele willst,
so will ich auch die Mittel
denn ich kann,
weil du willst,
was ich muss

Ach!
Immanuel, Immanuel
bring mich um den Verstand
erzähle mir die Theorie vom Himmel
sei mein Rape Date heute Nacht

...

die rettung fährt vorbei
das leben geht weiter.

101 Listen. #58: Listen Tirol 2016

Wir für alle (Flirsch) - Wir für Euch (Achenkirch) - Mia fia Enk (Aschau im Zillertal) - Miteinander, Füreinander (See) mit - a - nond (St. Anton Arlberg)

Wichtig ist Alpbach! - WiA!

gemma. gemeinsam-miteinander-aktiv (Kirchbichl)

Lebenswertes Pfunds
Gemeinsam für Pfunds
Junges Pfunds

Bauern Power (Kössen)

Bauern, Arbeiter, Zimmervermieter und Wirtschaft (Stummerberg)

Miteinander für Hippach
Gemeinsam für Hippach

Neuer Schwung für unsern Berg (Iselsberg-Stronach) -
Top Team Tristach, TTT - Langkampfen 2000 plus

- A -

"isch dir alles gleich, oda?"
"na, i bin a symmetrisch."

"bisch du eppa an autor?"
"na, i bin a lliteration."

"hasch zugnommen otto?"
"na, i bin konstant a nagramm."

"liebsch du mi so, wie i bin?"
"na schatzi, i hab a version."

"schausch du mature?"
"na, i schau a mateur."

"bisch du an pazifischt?"
"na, i bin a front, du schwuchtel."

"bisch du a guate partie?"
"na, i bin a ntipathie."

"bisch du a sozial?"
"na, i bin a sozial."

wrestling lyrik

R-Truth besiegt Heath Slater
nachdem Goldust Truth hilft.

René Pollesch Stücke als Friseursalons in Berlin als Eröffnungen im Schach

Kill your Darlings = haarscharfberlin = Läuferspiel
Der perfekte Tag = Salon Haareszeiten = Zweispringerspiel im Nachzug
Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen = Friseur Kaiserschnitt = Königsgambit
Cappuccetto Rosso = James Blond = Sizilianische Verteidigung
Gasoline Bill = Friseursalon Tsunami = Grünfeld-Indisch
Cavalcade or Being a holy motor = notaufnahme = Verzögerte Abtauschvariante der Spanischen Partie
Eure ganz großen Themen sind weg! = Über Kurz oder Lang = Mittelgambit im Nachzug
Keiner findet sich schön = Bfriends Friseure = 50% Abgelehntes Damengambit und 50% Angenommenes Damengambit
Glanz und Elend der Kurtisanen = Salon Artgerecht = Orang-Utan-Eröffnung

Boutros Boutros-Ghali

mein lieblingsgedicht ist tot.

Abschnitte der Streif als Nominierte für die Goldene Himbeere in der Kategorie Schlechtestes Leinwandpaar als Kreuzer

Sprung in die Mausefalle = Will Ferrell und Nicole Kidman in Verliebt in eine Hexe = Torpedokreuzer
Kompression in der Mausefalle = Paris Hilton und entweder Christine Lakin oder Joel David Moore für The Hottie and the Nottie = Aufklärungskreuzer
Gschöss = Lindsay Lohan und Charlie Sheen in Scary Movie 5 = Dynamitkanonenkreuzer
Seidlalm-Sprung = George Clooney und Chris O’Donnell für Batman & Robin = Hilfskreuzer
Lärchenschuss = Halle Berry und entweder Benjamin Bratt oder Sharon Stone in Catwoman = Luftabwehrkreuzer
Hausbergkante = Tom Cruise und Brad Pitt für Interview mit einem Vampir = Kolonialkreuzer
Zielschuss-Kompression = Dennis Rodman und Jean-Claude Van Damme für Double Team = Panzerkreuzer
Zielsprung = Leonardo DiCaprio und Leonardo DiCaprio in Der Mann in der eisernen Maske = Silber-Kupfer-Kreuzer

2016 / 5

berlin berlin berlin. vom flughafen direkt in die volksbühne. wie ein geschäftsmann. aber ist es mittlerweile nicht tatsächlich eine dienstreise, berlin? arbeit für alle? oder aber hat es doch noch etwas heiliges, rituelles? weil, als ich davorstehe, vor der volksbühne, habe ich kurz den impuls mich davor niederzuknien. den boden zu küssen, den grausigen berliner schnee. das gefühl hier bin ich zuhause. das ist die wahrheit und wird vom grad der albernheit, der in ihr steckt, nur noch wahrer und überhaupt war mir noch nie etwas zu peinlich um es zu schreiben, wenn auch beim lesen im nachhinein ich mich selbst nicht fassen kann vor scham.
aber man müsste ohnehin so sein wollen, wie so eine durchgeknallte dostojewski figur. ein am hungertuch nagender student, der in alten kleidern gehüllt durch die verschneiten gassen von st. petersburg irrt, mit hunderten losen blättern unter dem arm, seinen mauskripten, um dann, in einem verrauchten salon, wilde und endlose monologe zu halten, gegen das bürgertum. dann verzweifeln, verarmen, tuberkulose und sich erschiessen. kurz gesagt: jemand sein wollen, der eine idee hat. und der sich dann natürlich vor einem theater in den schnee wirft und die hände faltet. (die geste!)
also pollesch. ich würde ja auch gerne mal was anderes gehen, aber die lassen mich nicht. glanz und elend der kurtisanen. sich selbst spielen, statt selbst sein wollen, heißt es da wenig überraschend. die geste im öffentlichen raum. der rauchende halbstarke sein oder die lady, oder der schriftsteller mit schreibmaschine und whisky-glas, der zwar nicht schreibt, aber im schriftsteller performen ernster ist, als diejenigen, die nur schreiben, ohne den ganzen glanz, ohne das spiel, das erst ernst macht aus der sache. das klingt schön, wenn es nur so wäre. (denn was soll man dann eigentlich von jemandem wie handke halten, der seine schriftstellerauthentizität in einer tour runterperformt, in großen gesten (alles in handschrift abgeben (nach wie vor!), spaziergänge etc etc). das mögen wir ja nicht. wollen wir das also nur sehen, wenn der autor selbst das spiel durchschaut, das er da treibt? oder ist es nur dann erträglich, wenn seine geste von vornherein eine macht-entsagende, phallus-ferne geste ist (zb eine queere geste), oder eine lächerliche (zb eine nerdige geste)? oder aber ist es eigentlich nicht doch schöner, denjenigen zuzusehen, die nicht reflektieren, was sie da tun, also nicht merken, dass sie spielen (als der schriftsteller schriftsteller war, wußte er nicht, dass er schriftsteller war.))
mir alles ein bisschen zu viel robert pfaller, dem der pollesch ja scheinbar tatsächlich viel abgewinnen kann, was ich verstehe, also diese art der pfaller rezeption, die die geste stark macht, das accessoire, aber dennoch geht mir der pfaller so gegen den strich naturgemäß, rein als person, was mir immer das wichtigste ist natürlich, so dass ich die ganze vorstellung hindurch so fitfy fifty bin und am ende schon an was ganz anderes denke, nämlich meine eigenen texte, die ich schreiben soll, aber das ist ja genau das richtige, weil ich ohne pollesch nie schriftsteller geworden wäre und also diese 110 prozentige inspiration, die pollesch für mich ist, natürlich immer dazu führt, selbst sofort schreiben zu wollen anstatt dem treiben auf der bühne zu folgen, das ich sowieso nicht verstehe, auch nach hundert pollesch stücken habe ich keine ahnung um was es da eigentlich geht, aber mich versteht auch keiner, egal. das ist mein fan verhalten: so wie der fan im angesicht des stars schreit (weil er sieht: er, der star, tut es! er hat dieses leben! (meine realität ist mein widerstand)), so schreie auch ich, in mir.
(übrigens haben sündemann und ich wiedermal youtuber angesehen, ein mädchen (melanie sophie) die ist, weil sie lesbisch ist. weshalb ihr alle zukreischen, junge mädchen und buben, in trauriger und selbstverachtender ängstlichkeit, die so stark ist, dass man denkt: jetzt zünden sie gleich eine bombe, wenn es nur die youtuberin befiehlt, diese teufelin, diese seelenverkäuferin, die ihr outing am altar des männlichen kapitals vollzogen hat, wie alle frauen vor ihr es ebenfalls tun mussten, nur ist sie noch schlimmer, wie malaparte weiß, weil:"es ist eine schande mit dem hunger der anderen sein spiel zu treiben."
ich selbst habe bekanntlich ja auch ein schwulsein gelebt einige jahre, nur um mir anerkennung, beifall und neid abzuholen, von denen, die verklemmt in ihrer faden hetero-falle festsitzen, oder noch schlimmer, in ihrer heimlichen homo-falle, weshalb ich weiß, wie verachtenswert das alles ist, oder aber kann ich mich dadurch retten, dass ich sage: ich habe es performt und bin deshalb vor dem herrn gerettet?
wie geht diese frage für die youtuber aus? alles ist den youtubern abgezogen, außer ihr bloßes sein, ihr selbst und ihr ich, und jetzt könnte man 1. sagen, es ist ebenfalls eine einzige sein-performance, die eben nicht dem terror des selbst gehorcht, oder aber man geiselt es 2. als das genaue gegenteil, nämlich stumpfen ich-faschismus, der natürlich ein wir-faschismus ist, weil er erzeugt, dass alle "so" sein wollen, auch wenn es tausende "so" gibt, während es ja darum gehen muss, gar nicht sein zu wollen und gleichzeitig aber auch nicht nicht sein zu wollen, also ein seins- und ich-agnostiker zu werden und endlich mal über was anderes nachzudenken, als über diese verschissene erste welt identitätsfrage, und vielleicht stimmt beides, 1. und 2., was das urteil über die youtuber angeht, ich glaube aber zweiteres, natürlich, weil diese youtuber dann eben doch nichts anderes sind als zombies und vampire, die heerscharen von verwirrten 13-jährigen zögligen das ich und das ego reinstopfen bis zum erbrechen, und diesen jungen dingern rattenfängerhaft angebote machen. die dieses bedürfnis zu sein ja erst hervorbringen, das in wahrheit ja kaum ein mensch hat, die also keine lösung, sondern das problem selbst sind, und zwar nur, um den angeblich mangelhaften dann dreist sich als lösung zu verkaufen, anstatt dass sie die zögerlinge zögerlinge sein lassen und sie nicht auf den kapitalismus vorbereiten, weil nichts anderes ist das ganze youtuber universum, als eine militärakademie für künftige opfer islamistischer attentate, die gar nicht wissen, wie und warum ihnen geschieht. hoppla.
ich habe das wirklich nie gebraucht, dieses vorgelebt werden, nie. ich habe überhaupt nie das bedürfnis gehabt, dass mir jemand zeigt "so könntest du auch sein", weil ich auch gar nicht das gefühl hatte, dass irgendjemand von mir verlangt mich positionieren oder finden zu müssen. jedenfalls wollte ich nie wie jemand sein, sondern höchstens nicht wie jemand sein. höchstens wollte ich wie jemand denken oder schreiben, aber das bloße sein war immer zu wenig. also eben: sein wollen, wie jemand, der eine idee hat. eine idee, die keine identität zuläßt, weil sie einen ja gleich wieder wegzerrt mit den gedanken und also dem sein, woanders hin, weil man irgendetwas verfolgt und hinterherläuft sinnlos. ideentidät.
jetzt ist es nur gut, dass ich so gerne ficke und saufe und auch dem wrestling zugeneigt bin, sonst wäre ich vollends ein staubgrauer intellektueller geworden, nur geist, kein körper, also eben wie einer dieser lumpenzerfledderten dostojewskistudenten, der ich ja aber immer nur sein will, aber nie geworden bin. das gebot der sexyness, diese schönste pflicht der kulturindustrie, hat mich dann doch, wie immer, gerettet und zerstört gleichermaßen.)
und übrigens hat pollesch doch tatsächlich mahlers adagietto verwendet. und dann ist etwas interessantes passiert: das ganze hat auf mich wenig eindruck gemacht. ich glaube, weil mahler ist mir dann eben doch wirklich heilig, während mir pollesch natürlich nicht heilig ist. das heilige ist eben nur im heiligen heilig. wenn es profan wird, ist es gar nicht mehr da. ich bin ja schließlich kein lutherianer!
ca. 50 bier später war ich dann am sonntag auch in marthaler, wo ich, wie beim letzten mal, am liebsten geweint hätte, wenn ich das könnte, weil es so so so schön ist. und weil die vergänglichkeit dem ganzen so sehr eingeschrieben ist. weil man dasitzt und weiß: das gibt es nur mehr wenige jahre. und dann ist es für immer und ewig und unwiderruflich verschwunden. noch ist es anachronistisch, auch wenn es natürlich radikaler und moderner und avantgardistischer ist als 99% des ganzen schnarchnasen theaters, aber trotzdem ist es bald ausgestorben. (überhaupt kann es einem zu denken geben, dass diese alten männer wie castorf und marthaler einen viel "moderneren" begriff von theater haben, wie irgendwelche dummstudierten handswerksregisseure die dann in der schaubühne oder im burgtheater ihren nonsens absabbern, wie ich ja überhaupt glaube, dass die konterrevolution sich breitmacht, weshalb marthaler und castorf dann eben doch nicht mordern sind, gott hab sie seelig.)
however: dankbarkeit. gibt es für mich nur im angesicht des todes. (dass ich das noch erleben darf.) und das ist dann sogar beyond heilig, sprich marthaler > mahler.


"ich bin nicht mehr in dieser welt?"
"nein."
"meiner blumen wegen?"
"ihrer blumen wegen."

leistung und vergnügen

Franz-Xaver Franz Drama-Queen

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and i quote

"Mit Honig auf dem Kopf tue ich natürlich etwas, was mit denken zu tun hat." Joseph Beuys
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