Welt und Kunst

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"das interaktive theater war ein jahrzehntelanger terror. eine widerliche kunstform der geselligkeit. aber man kann nicht ihm allein den zustand katastrophaler kommunikation anlasten, denn überhaupt stellt das auditorium jedes theaters eine schreckliche form der gemeinschaft dar, die glaubt, einen sinn zu teilen und die gesellschaft als eine sinngemeinschaft zu verstehen, und die für kommunikation hält, sich dauernd einen abwesenden sinn mitzuteilen."
rene "i love fernsehen"pollesch

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verdammt warum sind da so gute freunde in tirol und gute familie und überhaupt alles volle schön und fein und fesch die leut, das ist ja echt die hölle da nicht wohnen zu können aber es geht einfach nicht, die restmenschen sind zu grausig in dem land das glaubt ja keiner wie grausig die leut in der schönsten natur sind, als ob eine wiesen oder der sonnenuntergang das schöne raussaugt aus den menschen was aber nicht sein kann weil die leut ja nicht leer sind sondern voll mit wäh wo kommt das denn her, während in köln wo die grausigste stadt ist was gibt die leut eh ganz nett sind, bissi assi aber echt ok also warum kommen die nicht alle nach tirol und wir schmeissen die ganzen erstgeborenen raus, die einheimischen, die mountenbaiker, nichtraucher, hausverstandler und die heut-gemma-treibhaus-an-superlässigen-afrikaner schauer und das abo-publikum und die mussolinikinder vom christkindlmarkt schmeiss ma aussi und alles verbieten und alles zusperren juhu (plus den weekender wieder aufsperren um sofort nochmal zuzusperren weils so schön war) alles und dann endlich linkes bergsteigen und bio watten und kommune und kunst und basisdemokratie und diktatur und durchdrehen wie alle vor uns, bergdeppat werden, zehnttausend kinder in die welt setzen wo keiner weiß wem die gehören dass es nur so tuscht und kracht ein großes gebrüll zack bumm auffi awi

silent please

nur amerika die ganze zeit. seit cola ist die welt nicht mehr so stars and stripes gewesen. obwohl ich eh immer nur usa, nix asien, nix afrika. kenn ich null. kann aber eh kein spanisch. und doch: the forgotten ones, the silent m. wie konnte das passieren? versteh ich nicht. mir haben sich die amis nämlich seit ich denken kann dermaßen ins hirn gebrannt, wie könnte ich die je vergessen? aber jetzt sagen alle die forgotten ones. die, die im kernland wohnen. und die elitären ost- und westküstler fliegen lachend über sie hinweg. zum genderseminar oder zum anderen nächsten luxusproblem. die fly overs, also die, über die drübergeflogen wird, nennt sie schwanz des jahres werner herzog in den gottgleichen interviews, die er zur zeit in österreich fleissig gibt (weil retrospektive in wien). die fly overs. damit ist wohl die weiße mittelschicht gemeint, das herz amerikas. die einen job haben anstatt dass sie im gefängnis sitzen. natürlich rächen sich die jetzt, sagt menschenkenner herzog. weil die elite so deppat rumgelacht hat! wo uns doch geschichte lehrt: wir werden sehen, ob die, die heute lachen, morgen auch noch lachen werden! also irgendwie völlig logisch, dass die jetzt unten treten, hört man so aus dem herzog raus. selber schuld die blöden aufgeklärten elitären, die in ihren prekariatsjobs, in ihren 15 quatratmeter zimmern im schnäppchenladen ny city leicht lachen haben. das ist supertotallogisch. ach der herzog. der mit dem zum tode verurteilten von mann zu mann geredet hat in seiner zelle. von mann zu mann. wie man eben mit solchen leuten reden muss. da ist er nicht unstolz darauf. weil: das kann nur er. überhaupt kann vieles nur er. er ist der beste, das weiß er, und weils jetzt internet gibt wissens alle anderen auch. die fly overs zb, die sonst ja nur schrott zu sehen bekommen haben in ihren kinofreien kaffs, die sehen jetzt herzog auf kinox.to und das tor zum himmel öffnet sich.
gottseidank bin ich selbst noch so fit im schritt, dass ich bei herzogs schnarchi schnarchi filmen nach zwei minuten wegpenne. selbstschutz schlaf. appropos schlaf. kim kardashian hat die lustige statsitik getwittert, dass ca 500 mal mehr amis beim aus dem bett fallen sterben, als durch islamistische einwanderer. also, liebe stars and stripes, aufwachen! schlafen ist tödlich. man sieht ja was passiert ist, nachdem onkel werner die ganze mittelschicht eingeschläfert hat. sofort hitler 2.
außerdem in franz fake news: marc terenzi gewinnt das dschungelcamp. hat auch trump gewählt der mann und ist natürlich der harmloseste und netteste kerl im real life. bezeichnend für überhaupt alles auf der welt ist, dass der standard könig terenzi zum anti-trump ausruft: „Verdient gewonnen hat dann Marc Terenzi, der sich in den zwei Dschungelwochen als Anti-Trump Sympathien erworben hat: freundlich, zupackend, teamfähig.“ ist das eigentlich noch postmodern oder schon postfaktisch? oder aber ist es widersprüchlich und also ganz real und wahrer als der hate? dann aber alle jetzt mal das maul halten über die trump wähler! sind good people! ich sag jedenfalls immer: wer bei amazon einkauft soll die fresse halten. überhaupt sollen alle mal die fresse halten. weil ich kann nicht weghören!
nur mehr eine sorte butter, nur mehr eine sorte milch. freiheit abgeben, entscheidungsfreiheit abgeben, damit nicht jeden tag zehntausende krepieren. nur mehr eine butter, eine einheitsbutter, dann ist er weg der trump! ich flehe, dass alle wieder so still sein werden, wie sie es in den letzten jahren auch waren. die silents sollen wieder ganz silent werden. und alle anderen auch.

Top 25 Promi-Todesfälle 2016

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Liste Fritz:

01 George Spencer Brown
02 Zsa Zsa Gabor
03 David Bowie
04 Carrie Fisher
05 Jo Cox
06 Bud Spencer
07 Sigi Maron
08 Ilse Aichinger
09 Muhammad Ali
10 Fidel Castro
11 Prince
12 Trifon Iwanow
13 Umberto Eco
14 George Martin
15 Brangelina
16 George Michael
17 Long Hui
18 Butros Butros-Ghali
19 David Lavery
20 König Bhumibol Adulyadej
21 Rosetta
22 Johan Cruyff
23 Markus Werner
24 Zaha Hadid
25 Schimon Peres

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Liste Franz:

01 David Bowie
02 Fidel Castro
03 Muhammad Ali
04 Nikolaus Harnoncourt / Nancy Reagan *
05 Jo Cox
06 Bud Spencer
07 Zsa Zsa Gabor
08 Zaha Hadid / Hans Dietrich Genscher / Imre Kertész *
09 Johan Cruyff
10 George Michael
11 Prince
12 Trifon Iwanow
13 Leonard Cohen
14 Chyna
15 Ilse Aichinger / Robert Vaughn / Aki Schmidt *
16 Fußballmannschaft Chapecoense
17 Pan Pan
18 Butros Butros-Ghali
19 Guy Hamilton
20 König Bhumibol Adulyadej
21 Roger Wilemsen
22 Anis Amri
23 Roger Cicero
24 Guido Westerwelle
25 Schimon Peres

* Teamwertung (am selben Tag gestorben)


Spezialpreis der Jury (lebensmensch): Markus Werner

Michael Jackson Award (gestorben am Todestag des King of Death): Manfred Deix

Lobende Erwähnung/ leider nicht Top 25:

Alan Rickman
Dario Fo
Ursula Lübbe
Götz George
Harper Lee
Peter Behrens
Erika Berger
Russischer Militärchor

Die Haupttendenzen sind bekannt

"Die auf den fortgeschrittensten Gebieten der industriellen Zivilisation Gestalt annehmende Gesellschaft der totalen Mobilisierung verbindet in produktiver Einheit die Züge des Wohlfahrts- mit denen des Kriegsführungsstaates (Warfare State). (...) Die Haupttendenzen sind bekannt: Konzentration der Volkswirtschaft auf die Bedürfnisse der großen Konzerne, wobei die Regierung sich als anregende, unterstützende und manchmal sogar kontrollierende Kraft betätigt; Verflechtung dieser Wirtschaft mit einem weiten System von militärischen Bündnissen, monetären Übereinkünften, technischer Hilfe und Entwicklungsplänen; allmähliche Angeleichung der Arbeiter- an die Angestelltenbevölkerung, der Führungstypen bei den Unternehmer- und Arbeitnehmerorganisationen, der Freizeitbeschäftigungen und Wünsche der verschiedenen sozialen Klassen; Förderung einer prästabilierten Harmonie zwischen Wissenschaft und nationalem Anliegen; Angriff auf die Privatsphäre durch die Allgegenwart der öffentlichen Meinung, Auslieferung des Schlafzimmers an die Kommunikation der Massenmedien".
(Marcuse: Der eindimensionale Mensch, 39).

I actually cried watching Southpark, fuck sake!

tweakvscreig

South Park, die große Erzählung der (us-amerikanischen) Gegenwart seit 1997. Und nie war der Scheiss so gut wie in der aktuellen 19. Season, beispielweise in der 6. Folge Tweek x Craig.

Man kennt das ja: Gemeinsam als Paar sich bezaubern lassen. Von South Park, Borussia Dortmund oder eben, im Feld der Liebe, von einem frischen Jüngling, oder einer strengen MILF, den oder die man sich dann mal gemeinsam ins Bett holt. (Muss aber auch nicht sein: Kollektives Anschmachten zeigt auch schon Wirkung.) Bezaubert werden kann man aber auch von einem anderen Pärchen. Vor allem von einem homosexuellen Pärchen und ganz vor allem einem schwulen Pärchen. Weil: Kaum etwas lieben Menschen wie Du und Ich lieber, als zwei sich liebende Jungs. Da geht einem das Herz auf, dass einem ganz anders wird. Und zu Recht: Man freut sich einfach, dass sowas endlich sein darf, dass Menschen sowas endlich offen leben dürfen. Und man selbst ist gleichzeitig so fucking stolz darauf, das gut zu finden, dass einem auch schon wieder ganz anders wird.
Die ganze Sache ist also widersprüchlich hoch 10. Dass es sich hier um ein Phänomen handelt, das ohne jede Frage viel Gutes, Schönes und Erstebenswertes im Menschen zeigt, ist genauso wahr, wie dass es sich dabei um positive Diksiminierung handelt, um ein unappetitliches Gehabe der politisch korrekten Bio Generation, die sich dann eben lieber mit dem guten Leben, etwa Polyamorie, als Ausweg beschäftigt, und dabei schnell mal vergisst, sich auch das reinzuziehen, was weh tut und kaum auszuhalten ist: Die mörderische Hölle, die Welt ist. Aber eben: Da ist halt auch eine gehörige Portion "proto-politisches Potential" (M. Fritz) in diesem, am Fan-Sein angeseidelten Feld der sanften Kollektivierung. Wir fühlen also beides. Wir sind bezaubert von den Gay Boys, die wir auf der Party am Wochenede sehen und finden uns zugleich selbst schäbig, diese Jungs vor den Wagen unseres guten Gewissens zu spannen (oder, wie ich immer sage: Zum Objekt auf dem Schlachtfeld unseres Begehrens zu machen).

Nun also zur Episode Tweek x Craig. Was passiert? Eine Gruppe asiatisch stämmiger Mädels (Japanerinnen! wie wir erfahren) frönt dem Manga-Genre Yaoi, "das homosexuelle Beziehungen zwischen männlichen Protagonisten mit expliziten erotischen Darstellungen zum Thema hat." (wikipedia) Ohne einen ersichtlichen Grund haben sich die Yaoi Zeichnerinnen Tweek und Craig ausgesucht, von denen sie nun herzzerreisende Bilder in Umlauf bringen, die die beiden Jungs als Paar zeigen. (Auf einer Metaebene gibt es zumindest den Verweis auf die Folge "Tweek vs Craig", Staffel 3). Aber was einmal in die Welt gesetzt wird, ist so schnell nicht mehr von da weg zu bekommen. Vor allem weil die, in der 19. Staffel zu gentrifizierungswütigen Nachhaltigkeitsbürgern verkommenen Einwohner von South Park, jeder Wirklichkeit zum Trotz unbedingt an die homoerotische Beziehung von Tweek und Craig glauben wollen (zu Realitätsverweigerung vgl. die vorhergehende 5. Folge). Natürlich auch Randy, der gerade erst den neuen Bioladen in South Park erkämpft hat: "Our town has only had our first Whole Foods for a few weeks and we already have our first gay kids. So cool." Der ADHS Spasti Tweek (man hätte keinen besseren für die Rolle finden können) und der meist übellaunige Craig verstehen die Welt nicht mehr, auch Stan findet bei seinem Vater Randy keine Erklärung (die Japaner!). Und so fügen sich Tweek und Craig nach und nach ihrem Schicksal.
Soweit so gut. Nun aber kommt der geniale Kunstgriff dieser Folge: Wir Zuschauer sehen, worüber sich die South Park Macher rund um Trey Parker und Matt Stone lustig machen, nämlich über diese positive Diskriminierung, und gleichzeitig sind wir selber hingerissen und gerührt von Tweek und Craig und finden diese Jungs wirklich zum Fressen süß (obwohl sie gar nicht verliebt sind! obwohl ihnen so übel mitgespielt wird!). Das, was die Folge kritisiert, verursacht sie im selben Moment beim Zuseher. Und das funktioniert so besorgniserregend gut, dass man nur demütig vor den Genies von Parker und Stone neiderknien kann. Da gibt es zum Beispiel einen User auf youtube, der völlig entgeistert postet: "I actually cried watching Southpark, fuck sake!". Und viele weitere User antworten: "same" und ein anderer: "I did to bro, I did to."
Wie haben die das nur geschafft? Natürlich liegt es auch an dieser teuflisch guten Musikauswahl (Peter Gabriel: The Book of Love und A Great Big World: Say Something). Diese verdammte Musik! Wir wollen sie nicht gut finden, aber wir müssen. Wir wollen nicht so sein, wie die Einwohner von South Park und doch sind wir es. Wir werden offenen Auges von Parker und Stone vergewaltigt, ohne etwas dagegen tun zu können. Das ganze Dilemma unserer Zeit wird den Zuschauern nicht nur gezeigt, sondern an ihnen selbst vollzogen! Uns geht es genauso wie Odysseus, der sich an den Mast binden lässt, um die Sirenen hören zu können. Adorno und Horkheimer sahen in diesem Selbstbetrug eine zentrale Ursache für das Übel des Subjekts im Zeitalter des Kapitalismus und der Kulturindsutrie. Parker und Stone sind ihre würdigen Nachfolger. Amen.
.................................
Link zur Folge (im Menü rechts befindet sich die Sprachauswahl):
http://www.southpark.de/alle-episoden/s19e06-tweek-x-craig
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sonntag 18.01.15, 19uhr - studiobühne köln
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lecture performance

Sind wir nicht alle ein bisschen Charlie? oder: Karikaturen

X: Ich bin Charlie!

Y: Ich bin Charlie!

X: Nein, ich bin Charlie!

Y: Ich!

Z: (kommt hinzu) Hallo!

X: Ich bin noch mehr Charlie als du! Ich kann auch viel besser zeichnen!

Y: Pff! Was für ein blödes Argument! Ich bin so sehr Charlie, dass ich gar nicht mehr weiß, wer ich eigentlich bin. Solidarität höchstwahrscheinlich!

Z: Hallo?

X: Ich habe sowohl mein Titel- als auch mein Profilbild gecharliet.

Y: Ich auch!

X: Auch bei Twitter?

Y: Natürlich.

X: Verdammt!

Y: Ich habe außerdem 17 Banksy-Bilder geteilt.

X: Mein Hintergrundbild ist jetzt ein Dings... ein Bleistift.

Z: Wer zur Hölle ist Charlie?

X: Die Freiheit!

Y: Europa! Alles, für was wir hunderte Jahre gekämpft haben!

Z: Wir?

X: Seit der WM-Fanmeile habe ich mich nicht mehr so WIR gefühlt, wie jetzt.

Y: All meine Facebookfreunde sind auch Charlie! Ich bin so stolz auf sie!

X: Sind wir nicht alle ein bisschen Charlie?

Y: Hihi!

Z: Und was ist mit diesem Charlie passiert?

Y: Der wurde erschossen.

X: Das Blutbad von Paris, wie es heißt!

Z: Ihr wurdet alle erschossen? Ihr und all eure Freunde? Aber mit wem soll ich dann am Wochenende saufen gehen um Himmels Willen! Etwa mit Michel Houellebecq?

X: Hast du denn noch gar nichts davon gehört?

Y: Das ist ja unglaublich! Das ist unverantwortlich!

X: Ich sage immer: Wer schweigt stimmt zu!

Y: Wichtig ist jetzt vor allem, dass sich die Moslems von dieser Tat distanzieren. Wir: Solidarität, Die: Distanzierung - das ist der Unterschied.

X: Jetzt muss man Flagge zeigen!

Z: Die Sprache ist faschistisch, weil sie zum Sprechen zwingt.

X: Wehe! Sag noch einmal PEGIDA zu mir!

Y: Gegen die sind wir nämlich auch!

X: Wir sind überhaupt so im Ganzen für das Gute, und alle sollen es wissen!

Y: Denn alles alles alles geht uns an!

ich möchte

schreiben um etwas zu sehen
nicht um etwas zu zeigen

Die feuchte Fotze des Status Quo. Oder: Der Club der toten Elephant Men

Man könnte ja differenziert und wissenschaftlich über die Mechansimen schreiben, die in Gang gesetzt werden, wenn ein prominenter Mensch stirbt, und noch eine ganze Reihe mehr könnte man schreiben, wenn eben jener sich das Leben nimmt. Oder aber man lässt es mal gut sein, mit der mühsamen Objektivität und macht seinem Ärger Luft, über diese unendlich perverse und tödlich scheinmoralische Trauerscheiße, die da von allen Seiten auf einen zukommt. Damit mans nicht immer hineinfrisst in sich und damit man sich am Ende nicht selbst den Hals umdrehen muss weil mans nicht mehr aushält. Prävention sozusagen.
Wer um Robin Williams trauert fickt den Status Quo. Aber nicht - wie es sich gehört - in den Arsch, sondern mitten hinein in die feuchte Fotze. Denn das ist das Wesen des Status Quo: Permanent Penetration! Und es ist nur logisch, dass sich der Status Quo lieber in die Fotze vögeln läßt als in den Arsch, denn schließlich ist das einzige Ziel des Status Quo sich fortzupflanzen und auszudehnen. Viele kleine Kinder, mit denen man dann die vielen kleinen Robin Williams Filme ansehen kann und währenddessen verstohlen hinüberblinzelt um zu kontrollieren, ob die Tochter auch brav ein paar Tränchen verdrückt, wenn am Ende die heroischen Schüler auf den Tisch steigen. (anstatt diese scheiß Schule einfach zu verlassen oder noch besser niederzubrennen oder noch besser, wie im Wrestling, den bösen Lehrer mit einer Powerbomb durch den Tisch zu knallen. Aber wir wissen: the real revolution never came to Hollywood.)
Analsex (vor allem heterosexueller Analsex) hingegen ist Luxus, ist Kür und nicht Pflicht, ist Hedonismus und Spiel, ist gespielte Unterwerfung, gespielte Macht und also echte Befreiung, ist Rolle und Schein, ist Realität und bittersüße Wahrheit, Analsex ist Lustbefriedigung auf anachronetischster Stufe und also: Kunst. Und es tut weh. So vereint Analsex im Grunde alles, was gut ist im Leben und wichtig und richtig.
Robin-Williams-Filme hingegen (nicht alle, aber die typischen), das ist heteronormative Schwanz-Fotzen-Logik, Robin-Williams-Filme, das ist Hardcore-Systemimmenz hoch 10. Filme wie Club der toten Dichter oder Good Morning Vietnam sind pseudosubversive Filme, die sich den höchsten Gard an Zynismus nicht nehmen lassen, indem sie sich dreist als tatsächlich kritisch und widerborstig geben und die den konsumierenden Wohlfühl-Alternativling glauben macht, er täte tatsächlich eine gute Tat damit, sich diesen ausgeklügelten Moralkitsch reinzupfeifen. Robin-Williams-Filme, das ist ungefähr so armselig wie Grün wählen oder politisches Kabarett. Schlimmer sind eigentlich nur mehr Conchita Wurst und Schindlers Liste. Denn wir wissen (oder zumindest ich): Nichts ist bösartiger als systemimmanente Systemkritik, nichts führt uns geradewegs tiefer rein in 1984, in die Zone der freien Menschen, deren Stumpfsinnigkeit keiner Diktatur mehr bedarf, die sie knechten müßte. Noch! Denn bald wird jede Art von Kritik systemimmanent, denn sie ist Äußerung und Information, ist Teilung und Mitteilung und damit die tragende Säule einer vom Internet dominierten Informationsgesellschaft, die jede vorhergehende Kulturindustrie links und rechts liegen lassen wird. Also was solls. Fuck it. Sollen sie doch auf die Tische, wenn sie es nicht zurück auf die Bäume schaffen.
Da war ein Mädchen in den Nachrichten, bei einem Rückblick auf RWs Leben. Die hatte Krebs. Ihr letzter Wunsch war es, Robin Williams noch einmal zu treffen, bevor sie sterben würde - das war vor einigen Jahren, und so ist es dann auch geschehen. Und da denke ich daran, dass ich, bzw. dass wir, gerade in den Stunden, in denen RW sich das Leben genommen hat The Elephant Man von David Lynch gesehen haben, tausende Kilomenter weit entfernt. Und dann, als wir einen Tag später das Mädchen auf CNN sahen in den Nachrichten, da fiel es Sündemann auf, diese Parallele. Wer diese ganze Sensucht, diese ganze verzweifelte Hoffnung, diese armselige Konserventräumerei - wer all das von Millionen von Menschen draufgeknallt bekommt, wer Tag für Tag zum "Schlachtfeld des Begehrens" (Lacan) gemacht wird - der wird natürlich nichts anderes als zerstört und vernichtet. In dem Moment, in dem kleine Kinder dich sehen wollen, bevor sie sterben, da weißt du: Entweder bist du Jesus, oder du bist geliefert. Nichts ist vernichtender, als die Liebe zu bekommen, die man nicht bekommen will, nichts ist tödlicher, als eine Atellerie der falschen Zuneigung, nichts macht unbeweglicher, als eine Lawine einseitiger Bewunderung.
Wer Fans hat, der braucht keine Feinde mehr. Aber zumindest dieses Problem hat RW für sich gelöst.

(zur politik sprechen: führen sie mich nicht auf ein gebiet, wo ich keine erotik empfinde. bzw: wundern sie sich nicht, was dabei rauskommt. p.h.)

leistung und vergnügen

Franz-Xaver Franz Drama-Queen

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and i quote

"Mit Honig auf dem Kopf tue ich natürlich etwas, was mit denken zu tun hat." Joseph Beuys

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Zuletzt aktualisiert: 2017-11-20 15:12

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