leave no one behind
Wie haltet ihr das gerade aus? Eine Gesellschaft zu retten, die selbst nicht retten will?
„Das sind nicht einfach abstrakte Zahlen in einer Statistik, sondern das ist ein Vater oder Großvater, eine Mutter oder Großmutter, eine Partnerin oder Partner, es sind Menschen. Und wir sind eine Gemeinschaft, in der jedes Leben und jeder Mensch zählt.“
Zitat Angela Merkel. Am selben Tag setzt Deutschland die humanitäre Aufnahme von Geflüchteten aus.
Nichts anderes wird versucht, als Leben zu schützen, und nichts anderes wird zugleich getan, als Menschen dem Tod preiszugeben.
Zusammenhalt wird gepredigt und zugleich tödliche Kälte eingeimpft. Das geht Hand in Hand. Denn WIR müssen jetzt zusammenhalten, heißt es. Dieses WIR hat ein klares Außen und schließt alle, die nicht wir sind, aus. Social Distancing ist kein Phänomen des Ausnahmezustands.
Ich halte streng alle Maßnahmen ein.
Aber das tue ich nicht fürs Heimatland und noch weniger für die Regierung. Ich tue das nicht für den Kapitalismus. Nicht für eine Politik, die das Gesundheitssystem klein gespart und eine Zwei-Klassen-Medizin groß gemacht hat. Nicht für eine Wirtschaft, die grundlegende Arbeiten am schlechtesten entlohnt.
Ich tue das nicht für eine Gesellschaft, die häusliche Gewalt verschweigt, psychische Probleme kleinredet und beengte Wohnverhältnisse verharmlost. Die Gehorsam und Konkurrenz statt Verantwortung und Solidarität lehrt und jetzt folgerichtig „stay at home“ postulieren muss statt „stay responsible“.
Ich tue es nicht für die Erweiterung des Überwachungsstaats und nicht für diejenigen, die diesen Überwachungsstaat in fataler Panik bejubeln und Grundrechte durch Law-and-Order-Politik ersetzt sehen wollen.
Ich tue es nicht für eine Wirtschaft, die davon profitiert, dass migrantische Arbeiter*innen systematisch ausgebeutet werden, in der Landwirtschaft, der Pflege, der Gastronomie; und die unwürdige Produktionsbedingungen global verantwortet. Die ihren Reichtum durch Zerstörung und Ausbeutung maximiert und sich auf das Recht der Stärkeren und die Privilegien der Herkunft beruft.
Ich mache es, weil ich nicht so sein und werden will wie du, Festung Europa.
Ich mache es, weil ich hoffe, dass eine Solidarität entsteht und wächst, die niemanden ausschließt. Eine Gesellschaft, für die es sich lohnt zu kämpfen, weil sie Kollateralschäden nicht in Kauf nimmt. Wenn jetzt gelernt wird, gegenseitig aufeinander aufzupassen, dann kannst du für immer zu Hause bleiben, Vaterland.
„Das sind nicht einfach abstrakte Zahlen in einer Statistik, sondern das ist ein Vater oder Großvater, eine Mutter oder Großmutter, eine Partnerin oder Partner, es sind Menschen. Und wir sind eine Gemeinschaft, in der jedes Leben und jeder Mensch zählt.“
Zitat Angela Merkel. Am selben Tag setzt Deutschland die humanitäre Aufnahme von Geflüchteten aus.
Nichts anderes wird versucht, als Leben zu schützen, und nichts anderes wird zugleich getan, als Menschen dem Tod preiszugeben.
Zusammenhalt wird gepredigt und zugleich tödliche Kälte eingeimpft. Das geht Hand in Hand. Denn WIR müssen jetzt zusammenhalten, heißt es. Dieses WIR hat ein klares Außen und schließt alle, die nicht wir sind, aus. Social Distancing ist kein Phänomen des Ausnahmezustands.
Ich halte streng alle Maßnahmen ein.
Aber das tue ich nicht fürs Heimatland und noch weniger für die Regierung. Ich tue das nicht für den Kapitalismus. Nicht für eine Politik, die das Gesundheitssystem klein gespart und eine Zwei-Klassen-Medizin groß gemacht hat. Nicht für eine Wirtschaft, die grundlegende Arbeiten am schlechtesten entlohnt.
Ich tue das nicht für eine Gesellschaft, die häusliche Gewalt verschweigt, psychische Probleme kleinredet und beengte Wohnverhältnisse verharmlost. Die Gehorsam und Konkurrenz statt Verantwortung und Solidarität lehrt und jetzt folgerichtig „stay at home“ postulieren muss statt „stay responsible“.
Ich tue es nicht für die Erweiterung des Überwachungsstaats und nicht für diejenigen, die diesen Überwachungsstaat in fataler Panik bejubeln und Grundrechte durch Law-and-Order-Politik ersetzt sehen wollen.
Ich tue es nicht für eine Wirtschaft, die davon profitiert, dass migrantische Arbeiter*innen systematisch ausgebeutet werden, in der Landwirtschaft, der Pflege, der Gastronomie; und die unwürdige Produktionsbedingungen global verantwortet. Die ihren Reichtum durch Zerstörung und Ausbeutung maximiert und sich auf das Recht der Stärkeren und die Privilegien der Herkunft beruft.
Ich mache es, weil ich nicht so sein und werden will wie du, Festung Europa.
Ich mache es, weil ich hoffe, dass eine Solidarität entsteht und wächst, die niemanden ausschließt. Eine Gesellschaft, für die es sich lohnt zu kämpfen, weil sie Kollateralschäden nicht in Kauf nimmt. Wenn jetzt gelernt wird, gegenseitig aufeinander aufzupassen, dann kannst du für immer zu Hause bleiben, Vaterland.
Lebensmensch - 2020-03-22 14:30